Was ist eine Customer Journey und warum ist sie wichtig?
Die Customer Journey beschreibt den gesamten Weg, den eine Person zurücklegt, bevor sie zu einem Kunden (Sprachhinweis: alle Personenbezeichnungen beziehen sich auf alle Geschlechter) wird und oft auch darüber hinaus. Sie beginnt lange, bevor jemand aktiv ein Produkt sucht, und endet nicht mit dem Kauf, sondern mit der Erfahrung danach: Nutzung, Weiterempfehlung oder vielleicht auch Wiederkauf.
Man spricht oft von der «Reise» eines Kunden, von der ersten Wahrnehmung bis zur langfristigen Beziehung.
Die einzelnen Phasen der Customer Journey
1. Aufmerksamkeit (Awareness)
Der potenzielle Kunde erkennt ein Problem oder Bedürfnis, beispielsweise «Ich brauche eine neue Website» oder «Ich möchte mein Marketing verbessern». Hier begegnet er Ihrem Unternehmen oft zum ersten Mal: über Werbung, Social Media, Google oder eine Empfehlung.
Ziel: Sichtbarkeit schaffen und Vertrauen aufbauen.
2. Interesse und Information (Consideration)
Der Kunde informiert sich, vergleicht und sucht Lösungen.
Er liest Blogartikel, schaut sich Websites an oder folgt Ihnen auf Social Media.
Ziel: Ihre Marke soll als kompetent, sympathisch und hilfreich wahrgenommen werden.
3. Entscheidung (Conversion)
Jetzt will der Kunde eine Entscheidung treffen: Kaufen oder nicht?
Er schaut sich Preise, Bewertungen oder Referenzen an.
Ziel: Den Entscheidungsprozess mit klaren Angeboten, einfachen Abläufen und Vertrauen in Ihr Unternehmen erleichtern.
4. Erfahrung und Bindung (Retention)
Nach dem Kauf entscheidet sich, ob der Kunde zufrieden ist.
Positive Erfahrungen führen dazu, dass er wieder kauft, Sie weiterempfiehlt oder langfristig bleibt.
Ziel: Langfristige Beziehung aufbauen.
5. Empfehlung (Advocacy)
Zufriedene Kunden werden zu Botschaftern Ihrer Marke.
Sie erzählen Freunden, schreiben Bewertungen oder teilen Inhalte.
Ziel: Mund-zu-Mund-Werbung fördern, die ehrlichste und günstigste Form von Marketing.
6. Warum die Customer Journey so wichtig ist
Viele Unternehmen kommunizieren nach dem Zufallsprinzip. Sie posten, werben oder schreiben Newsletter, ohne zu wissen, wo sich ihre Zielgruppe gerade befindet. Die Customer Journey hilft, dies zu verstehen und zu strukturieren.
Vorteile:
- Bessere Kommunikation: Sie wissen, welche Botschaft wann passt.
- Effizientere Werbung: Sie investieren dort, wo Kunden wirklich offen sind.
- Höhere Conversion: Weil Inhalte und Angebote gezielt auf den Entscheidungsprozess abgestimmt sind.
- Langfristige Kundenbindung: Sie begleiten statt nur zu verkaufen.
- Messbarer Erfolg: Sie können den Weg des Kunden nachverfolgen und verbessern.
Was ist wichtig beim Erstellen einer Customer Journey und wie gehe ich vor?
Die Customer Journey hilft Ihnen zu verstehen, wie Kunden Schritt für Schritt zu Ihnen finden und bleiben. Damit Sie daraus Nutzen ziehen, braucht es vor allem: Klarheit, Kundensicht und einfache Struktur.
1. Denken Sie aus Sicht Ihrer Kunden
Nicht Sie bestimmen den Weg, sondern Ihre Kunden.
Fragen Sie sich:
«Wie suchen Menschen nach Lösungen wie meiner?»
«Was überzeugt sie? Was hält sie ab?»
Sammeln Sie echte Rückmeldungen (z. B. Gespräche, Bewertungen, Online-Daten).
2. So gehen Sie vor
- Zielgruppe kennen: Erstellen Sie 1–2 typische Kundentypen («Personas»).
- Kontaktpunkte auflisten: Wo kommen Kunden mit Ihnen in Berührung (Website, Social Media, Laden, Werbung, Empfehlungen)?
- Phasen festlegen: Von Aufmerksamkeit bis Empfehlung, welche Schritte gibt es?
- Bedürfnisse verstehen: Was sucht der Kunde in jeder Phase? Was fühlt oder fragt er?
- Massnahmen zuordnen: Passen Sie Inhalte und Angebote zu jedem Schritt an (z. B. Blogartikel, Beratung, Kundenservice).
- Schwachstellen prüfen: Wo springen Interessierte ab? Wo fehlen Informationen oder Anreize?
- Visualisieren: Zeichnen Sie die Reise einfach auf Papier oder mit einem Online-Tool.
3. Warum das wichtig ist
Mit einer klaren Customer Journey können Sie:
- Ihre Kommunikation gezielt planen,
- Werbung effizienter einsetzen,
- Kundenerlebnisse verbessern,
- und langfristige Beziehungen aufbauen.
Gerade für KMU ist das entscheidend – weil jeder Kontakt zählt.
Tipps zur Erstellung einer erfolgreichen Customer Journey
- Kundensicht statt Unternehmenssicht
- Versetzen Sie sich in Ihre Kunden.
- Was brauchen, denken oder fühlen sie in jedem Schritt?
- So erkennen Sie, was wirklich zählt und nicht, was Sie gerne kommunizieren möchten.
- Unterschiede zwischen B2C und B2B beachten
- B2C: Entscheidungen sind oft emotional, schnell und vom Preis oder Vertrauen abhängig.
- B2B: Prozesse dauern länger, mehrere Personen entscheiden, Fachinformationen sind wichtiger.
- Klar definierte Zielgruppen und Personas
- Erstellen Sie 1–2 typische Kundentypen: Wer sind sie, was motiviert sie, welche Probleme wollen sie lösen?
- Je klarer das Bild, desto gezielter können Sie den Weg gestalten.
- Alle Touchpoints erfassen
- Sammeln Sie alle Kontaktpunkte: online (Website, Social Media, Newsletter, Google) und offline (Laden, Events, Empfehlungen).
- So sehen Sie, wo Interessierte wirklich mit Ihrer Marke in Berührung kommen.
- Phasen klar strukturieren
- Nutzen Sie die fünf bis sechs typischen Phasen: Awareness, Consideration, Decision, Purchase, Retention, Advocacy.
- Das hilft, Inhalte und Massnahmen logisch zu planen.
- Emotionen und Fragen berücksichtigen
- Menschen treffen Entscheidungen emotional. Fragen Sie sich:
- Was löst Vertrauen aus?
- Was verunsichert?
- Welche Fragen muss ich beantworten, bevor jemand kauft?
- Inhalte und Angebote passend zuordnen
- Awareness: Blogartikel, Social Media, Werbung
- Decision: Vergleich, Referenzen, Beratung
- Retention: Kundendienst, Newsletter
- So wird Kommunikation wirksam statt zufällig.
- Engpässe und Abbrüche erkennen
- Analysieren Sie, wo Kunden abspringen (z. B. bei der Anfrage oder im Warenkorb).
- Verbessern Sie genau dort, das bringt meist den grössten Erfolg.
- Journey sichtbar machen
- Visualisieren Sie die Schritte in einer einfachen Grafik.
- So verstehen auch Mitarbeitende, wo sie im Prozess eine Rolle spielen.
- Ergebnisse messen und beobachten
Überprüfen Sie regelmässig, was funktioniert (z. B. Klickzahlen, Rückmeldungen, Verkäufe).
- Regelmässig überprüfen und anpassen
- Kundenverhalten verändert sich durch Technik, Trends oder neue Bedürfnisse.
- Überprüfen Sie Ihre Journey mindestens einmal pro Jahr und passen Sie sie an.
Die häufigsten Fehler bei der Customer Journey
- Zu sehr aus Unternehmenssicht denken
Viele KMU beschreiben, was sie anbieten, statt was Kunden brauchen - Keine klaren Zielgruppen oder Personas
Ohne klar definierte Kundentypen ist jede Journey zu allgemein
- Zu kompliziert oder theoretisch planen
Eine Customer Journey soll im Alltag helfen und kein grosses Strategieprojekt werden - Online und Offline nicht verbinden
Viele denken nur digital, vergessen aber persönliche Kontakte, Messen oder Empfehlungen - Zu wenig Daten und Feedback nutzen
Entscheidungen werden oft aus dem Bauch heraus getroffen - Falsche oder unpassende Inhalte
Wenn Inhalte nicht zur Phase passen, springen Interessierte ab - Customer Journey einmalig erstellen und dann vergessen
Kundenverhalten verändert sich ständig - Nicht das ganze Team einbeziehen
Die besten Erkenntnisse kommen oft von Mitarbeitenden im Verkauf oder Kundendienst - Zu viele Kanäle gleichzeitig nutzen
Gerade KMU verlieren sich schnell in zu vielen Plattformen - Kein klares Ziel definieren
Ohne Ziel wissen Sie nicht, ob Ihre Journey erfolgreich ist
Nützliche Links zu Customer Journeys
-
Customer Journey – schnell und einfach erklärt
seokratie.de -
Customer Journey – einfach erklärt | KMU-Lexikon
gryps.ch -
Was ist eine Customer Journey?
ost.ch -
Definition, Modelle & Beispiele
unicum-media.com
Fazit zur Customer Journey
- Die Customer Journey zeigt den Weg von der ersten Wahrnehmung bis zur Kundenbindung.
- Wer sie versteht, kann Inhalte und Massnahmen gezielt planen.
- Wichtig sind eine klare Zielgruppe, relevante Touchpoints und passende Inhalte.
- Denken Sie stets aus Kundensicht, nicht aus Unternehmenssicht.
- Prüfen und optimieren Sie Ihre Journey regelmässig, um Kundenerlebnisse zu verbessern und langfristige Beziehungen aufzubauen.