Was bedeutet «Storytelling» im Marketing?
Storytelling bedeutet im Marketing, dass Sie Informationen nicht einfach nüchtern vermitteln, sondern sie in eine verständliche, menschliche und emotionale Geschichte einbetten. Statt bloss Fakten zu nennen, erzeugen Sie ein Bild im Kopf Ihrer Zielgruppe. Dadurch wird eine Botschaft leichter verstanden, besser erinnert und erzeugt mehr Vertrauen.
1. Warum Geschichten so stark wirken
Geschichten sind für Menschen das natürlichste Kommunikationsmittel. Sie wirken stärker, weil sie:
- Emotionen auslösen: Menschen entscheiden oft emotional, begründen danach aber rational.
- Komplexe Inhalte vereinfachen: Auch schwierige Themen werden verständlich.
- Vertrauen schaffen: Eine authentische Geschichte wirkt glaubwürdiger als Werbung.
- besser im Gedächtnis bleiben: Informationen in Geschichten werden bis zu 20-mal besser erinnert.
- Handlungen auslösen: Geschichten motivieren Menschen, etwas zu tun, z. B. eine Anfrage zu stellen.
2. Was Storytelling für KMU besonders wertvoll macht
Gerade kleine und mittlere Unternehmen haben oft begrenzte Marketingbudgets. Storytelling hilft Ihnen, mit wenig Aufwand mehr Wirkung zu erzielen, weil Sie nicht «lauter», sondern relevanter kommunizieren.
KMU profitieren besonders, weil sie:
- echte Menschen haben (z. B. Inhaber, Mitarbeitende)
- echte Kundengeschichten haben
- regionale Verwurzelung zeigen können
- Glaubwürdigkeit & Nähe automatisch mitbringen
Mit Geschichten können Sie genau diese Stärken zeigen und sich so von grossen, anonymen Konkurrenten abheben.
3. Wie Storytelling in der Praxis funktioniert
A) Ausgangslage
Zeigen Sie eine Person oder Situation, die Ihre Zielgruppe versteht.
«Ein Kunde stand vor folgendem Problem …»
B) Herausforderung
Beschreiben Sie das Problem so, dass sich Ihre Zielgruppe wiedererkennt.
«Es war mühsam, teuer, zeitaufwändig …»
C) Lösung
Jetzt kommt Ihr Unternehmen ins Spiel.
«Wir konnten helfen, indem wir …»
D) Ergebnis
Der wichtigste Teil, was hat sich verbessert?
«Heute sparen Kund:innen Zeit / Geld / Nerven …»
E) Emotion / Fazit
Wie fühlt sich die Lösung nun an?
«Der Kunde ist erleichtert, zufrieden, entspannt …»
Diese Struktur funktioniert für Social Media, Website-Texte, Newsletter, Präsentationen, Verkaufsgespräche und sogar für Anzeigen.
4. Beispiele, wie KMU Storytelling einsetzen können
1. Kundengeschichte
«Wie das Team von Müller Sanitär einer Familie innert 24 Stunden das Bad rettete.»
2. Gründer- oder Unternehmergeschichte
«Warum Herr Schmid seine Bäckerei übernimmt, um das traditionelle Handwerk zu erhalten.»
3. Making-of / Blick hinter die Kulissen
«So entsteht unsere handgemachte Schokolade Schritt für Schritt.»
4. Problem-Lösung-Story auf Social Media
«3 Fehler, die wir immer wieder bei Heizungen sehen und wie wir sie beheben.»
5. Mitarbeitenden-Portrait
«Lernen Sie Anna kennen, die seit 20 Jahren unsere Kund:innen begeistert.»
5. Was Storytelling NICHT ist
Um Missverständnisse zu vermeiden: Storytelling bedeutet nicht, dass Sie:
- erfundene Märchen erzählen
- übertreiben oder manipulieren
- lange Romane schreiben müssen
- auf Fakten verzichten
Storytelling bedeutet ehrliche, menschliche, relevante Kommunikation, die in Form einer verständlichen Geschichte aufgebaut ist.
6. Was ist wichtig beim Storytelling?
1. Die Zielgruppe muss im Mittelpunkt stehen
Beim Storytelling ist das Wichtigste: Die Geschichte muss für Ihre Zielgruppe relevant sein. Es geht nicht darum, einfach über Ihr Unternehmen zu reden. Entscheidend ist, was Ihre Kund:innen bewegt.
- Wen möchten Sie erreichen?
- Vor welchen Herausforderungen stehen diese Menschen?
- Welche Emotionen oder Situationen kennen sie aus ihrem Alltag?
Eine gute Geschichte beantwortet immer die Frage:
«Warum sollte mich das interessieren?»
2. Eine klare, einfache Struktur
Eine Geschichte braucht einen roten Faden. Für KMU hat sich folgende einfache Struktur bewährt:
- Ausgangslage – Eine verständliche Situation.
- Problem / Herausforderung – Was war schwierig oder mühsam?
- Lösung – Wie konnten Sie helfen?
- Ergebnis – Was hat sich konkret verbessert?
- Emotion / Fazit – Wie fühlt es sich jetzt an?
Diese Struktur hilft Ihnen, ohne komplizierte Marketingtechnik wirkungsvolle Geschichten zu erzählen.
3. Authentizität: Echt und glaubwürdig
Das Erfolgsgeheimnis von guten Geschichten ist Echtheit.
Ihre Zielgruppe spürt sofort, ob etwas übertrieben oder unrealistisch ist.
- Verwenden Sie echte Beispiele aus Ihrem Alltag.
- Zeigen Sie echte Menschen (Kund:innen, Mitarbeitende, Inhaber:innen).
- Sprechen Sie ehrlich über Herausforderungen und Lösungen.
Authentizität schafft Vertrauen, der wichtigste Faktor für KMU.
4. Emotionen, aber nachvollziehbar
Emotionen sind der Motor einer guten Geschichte.
Das bedeutet nicht, dass Sie dramatisieren sollen. Es reicht oft schon:
- Erleichterung («Endlich wieder Ruhe im Haus»)
- Freude («Das Ergebnis war besser als erwartet»)
- Sicherheit («Wir wissen jetzt, wo wir Hilfe bekommen»)
Emotionen machen Botschaften menschlich und gerade KMU profitieren davon.
5. Verständliche und einfache Sprache
Ihre Geschichte muss leicht verständlich sein, auch für Menschen, die wenig Zeit haben.
- kurze Sätze
- klare Formulierungen
- keine Fachsprache oder nur sparsam
- ein konkretes Beispiel statt abstrakter Aussagen
Wenn jemand den Text in wenigen Sekunden versteht, ist es gutes Storytelling.
6. Ein klarer Nutzen für die Zielgruppe
Die Geschichte sollte immer zeigen, was Ihre Kund:innen davon haben.
Gestalten Sie Ihre Story so, dass sie Antworten gibt auf:
- «Wie hilft mir das?»
- «Warum ist das für mich relevant?»
- «Was bringt mir diese Lösung konkret?»
Ihr Unternehmen ist der «Helfer» in der Geschichte, nicht der «Held». Der «Held» ist Ihr Kunde.
7. Konsistenz auf allen Kanälen
- Ihre Geschichten sollten überall zusammenpassen:
- auf der Website, in Social Media, im Newsletter, im Verkaufsgespräch.
- Nicht jede Geschichte muss gleich sein, aber die Werte und Botschaften müssen sich wiederholen. Das baut Wiedererkennung auf.
8. Ein verständlicher visueller Rahmen
Bilder und Videos verstärken Geschichten enorm.
Sie helfen, Emotionen und Situationen sichtbar zu machen.
- echte Fotos statt Stock-Bilder
- kurze Videos vom Alltag
- Einblicke in die Arbeit, Prozesse, Menschen
Visuelles Storytelling wirkt schneller und stärker als Text allein.
9. Klarer Call-to-Action am Schluss
Eine gute Geschichte endet nicht einfach, sie führt die Zielgruppe zu einem nächsten Schritt.
- «Erfahren Sie mehr»
- «Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Beratung»
- «Hier finden Sie weitere Beispiele»
7. Gibt es eine Regel, die Sie beim Storytelling beachten sollten?
Ja. In der Welt des Storytellings gibt es verschiedene Strukturen («Rezepte») für Geschichten. Die bekannteste ist die 12-Schritte-Regel der Heldenreise. Daneben gibt es im Marketing auch vereinfachte Modelle, wie z. B. die 4-Schritte-Regel für Geschichten, die verkaufen.
Für KMU, die wenig Zeit oder Erfahrung haben, sind einfache Modelle praktischer, aber es hilft, beide zu kennen.
2. Von wem stammt die 12-Schritte-Regel?
Die 12-Schritte-Struktur stammt von Joseph Campbell, einem amerikanischen Mythologie-Forscher. Er hat in seinem Werk «The Hero with a Thousand Faces» gezeigt, dass fast alle bekannten Geschichten (Filme, Märchen, Mythen) einem universellen Muster folgen: der Heldenreise.
Später wurde dieses Modell vom Drehbuchautor Christopher Vogler für Hollywood und modernes Storytelling weiter vereinfacht und populär gemacht.
3. Die 12 Schritte der Heldenreise (einfach erklärt für KMU)
Auch wenn dieses Modell aus der Literatur und Filmwelt kommt, kann man es im Marketing verwenden, z. B. für Branding, Imagefilme oder grössere Kampagnen.
Hier die 12 Schritte, verständlich und für den KMU-Alltag übersetzt:
- Die gewohnte Welt
Der «Held» (meist Ihr Kunde) befindet sich im Alltag, hat aber ein Problem. - Der Ruf zum Abenteuer
Etwas fordert ihn heraus, ein Bedürfnis, ein Wunsch oder ein Schmerzpunkt. - Die Weigerung
Der Kunde zögert. Er weiss nicht, wie er das Problem lösen soll. - Begegnung mit dem Mentor
Sie als Unternehmen treten auf, als Berater:in, Expert:in oder Helfer:in. - Überschreiten der Schwelle
Der Kunde entscheidet sich, Ihre Unterstützung anzunehmen. - Prüfungen, Verbündete, Feinde
Unterwegs gibt es Herausforderungen (Kosten, Bedenken, Hindernisse). - Annäherung an die entscheidende Prüfung
Der Kunde steht vor dem entscheidenden Schritt (z. B. Auftrag erteilen). - Die grosse Prüfung
Ihre Lösung muss sich bewähren. Der Moment der Wahrheit. - Belohnung
Das Problem ist gelöst, Erfolg stellt sich ein. - Der Rückweg
Der Kunde kehrt in seinen Alltag zurück, aber mit einer Veränderung. - Die Wiedergeburt
Es gibt eine letzte Erkenntnis oder Verbesserung (z. B. Vertrauen, Sicherheit). - Die Rückkehr mit dem Elixier
Der Kunde profitiert langfristig von der Lösung und empfiehlt Sie weiter.
4. Warum die 12-Schritte-Regel für KMU oft zu komplex ist
Viele KMU brauchen für Marketing nicht die ganze Heldenreise.
Solche Strukturen sind wertvoll für Imagefilme, lange Kampagnen oder Markenentwicklung, aber zu aufwendig für Social Media, Website oder einfache Verkaufsstories.
Deshalb nutzen Marketer oft vereinfachte Modelle, z. B. 4 Schritte.
5. Die 4-Schritte-Regel «Geschichten, die verkaufen»
In vielen Marketingkonzepten, und auch im Umfeld von «Geschichten, die verkaufen», wird mit einem klaren, kurzen Modell gearbeitet. Dieses Modell eignet sich besonders gut für KMU, die schnell, klar und verständlich kommunizieren müssen.
Die 4 Schritte:
1. Problem
Beschreiben Sie kurz, welches Problem oder welche Herausforderung der Kunde hat.
Wichtig: realistisch, menschlich, nachvollziehbar.
«Der Kunde hatte ein Problem …»
2. Lösung
Zeigen Sie, wie Sie helfen konnten, einfach und verständlich.
«Wir haben eine Lösung angeboten, die …»
3. Ergebnis
Beschreiben Sie das konkrete Resultat nach Ihrer Unterstützung.
«Dadurch konnte der Kunde …»
4. Emotion / Nutzen
Erklären Sie, wie sich die Situation nun anfühlt oder welchen Vorteil der Kunde langfristig hat.
«Heute fühlt sich der Kunde … / profitiert er von …»
Diese Struktur ist kurz, verständlich, leicht anwendbar, ideal für Social Media, Website, Newsletter, Referenzen oder Verkaufsgespräche.
8. Welche Storytelling-Regel ist die richtige für KMU?
| Regel | Umfang | Wofür geeignet? | Empfehlung für KMU |
| 12 Schritte (Heldenreise) | Komplex | Markenaufbau & Imagefilme, grosse Kampagnen | gut als Hintergrund-wissen |
| 4 Schritte (Geschichten, die verkaufen) | Sehr einfach | Social Media, Website, Kunden-geschichten, Verkauf | Beste Wahl für den Alltag |
Praktischer Tipp:
Wenn Sie wenig Zeit haben und klar kommunizieren möchten:
Nutzen Sie die 4-Schritte-Regel.
Wenn Sie eine grössere Story oder ein Branding aufbauen:
Nutzen Sie Elemente der Heldenreise.
Die häufigsten Fehler im Storytelling
- Zu viel über das eigene Unternehmen reden
Die Geschichte dreht sich nur um Sie, nicht um den Kunden - Keine klare Struktur
Viele Geschichten wirken chaotisch oder unvollständig - Zu komplizierte Sprache oder Fachbegriffe
KMU kommunizieren oft «fachlich korrekt», aber nicht verständlich - Keine Emotionen einbauen
Viele Stories sind reine Faktenlisten ohne Menschlichkeit - Zu lang oder zu ausschweifend
Unstrukturierte und lange Storytelling-Beiträge verlieren schnell Aufmerksamkeit - Die Geschichte wirkt wie Werbung
Ein häufiger Fehler: Die Story ist eigentlich ein Verkaufsprospekt - Zu wenig Konkretes, zu viele Allgemeinplätze
Viele Unternehmen schreiben Dinge wie «Qualität», «Service», «Kompetenz», ohne Beweise - Unrealistische oder übertriebene Geschichten
Wenn die Geschichte zu perfekt klingt, wirkt sie unglaubwürdig - Kein klares Ziel oder keine Handlungsaufforderung
Viele Storytelling-Beiträge enden abrupt - Unregelmässige oder inkonsistente Geschichten
Einmal eine schöne Story posten und dann monatelang nichts
9. Wann und wo setze ich Storytelling ein?
A) Aufmerksamkeit gewinnen möchten
Geschichten ziehen Menschen automatisch an, viel stärker als reine Werbung. Ideal für Social Media, Newsletter, Präsentationen.
B) Vertrauen aufbauen möchten
Gerade für KMU ist Vertrauen entscheidend.
Geschichten über Kund:innen, Mitarbeitende oder Ihren Betrieb schaffen Nähe. Ideal für Website, About-Seite, Vorstellungsvideos.
C) Komplexe Themen vereinfachen müssen
Wenn Sie Produkte oder Dienstleistungen anbieten, die schwer zu erklären sind, hilft eine Geschichte, sie verständlich zu machen.
Ideal für Blogartikel, Verkaufsgespräche, Broschüren.
D) Emotionen und Werte vermitteln möchten
Storytelling zeigt Ihre Haltung, Kultur und Identität.
Ideal für Branding, Imagefilme, Stellenanzeigen.
E) Menschen zu einer Handlung motivieren möchten
Geschichten machen deutlich, wie Ihre Lösung wirkt.
Ideal für Landingpages, Werbung, Präsentationen.
F) Wiedererkennung schaffen möchten
Regelmässige kleine Geschichten bauen eine starke Marke auf, auch ohne grosses Budget.
10. Wo setze ich Storytelling ein?
A) Website (besonders Startseite & Über-uns-Bereich)
Ihre Website ist oft der erste Kontaktpunkt.
Geschichten zeigen:
- wer Sie sind
- wofür Sie stehen
- warum Kund:innen Ihnen vertrauen können
Typische Storytelling-Elemente:
«Unsere Geschichte», «So helfen wir unseren Kund:innen», Fallbeispiele, Team-Porträts.
B) Social Media (LinkedIn, Facebook, Instagram, TikTok, YouTube)
Social Media lebt von Emotionen und Authentizität.
Nutzen Sie kurze, echte Geschichten aus Ihrem Alltag.
- Kundenstory in 4 Schritten
- Vorher-nachher-Aufnahmen
- kleine Alltagsmomente im Betrieb
- Making-of Ihrer Produkte
Geschichten funktionieren hier besonders gut, weil sie schnell Aufmerksamkeit erzeugen.
C) Newsletter & E-Mail-Marketing
Geschichten machen Ihre E-Mails persönlicher und interessanter.
«Wie wir einem Kund:innen innert 2 Stunden helfen konnten …»
«Was wir letzte Woche im Betrieb erlebt haben …»
D) Verkaufsgespräche und Angebote
Storytelling ist einer der stärksten Verkaufsinstrumente.
- «Ein anderer Kunde stand vor derselben Herausforderung …»
- «Darf ich Ihnen kurz erzählen, wie das bei Unternehmen XY abgelaufen ist …»
Kund:innen verstehen Lösungen besser, wenn Sie sie in eine Geschichte einbetten.
E) Präsentationen & Pitches
Geschichten lockern Präsentationen auf und machen Fakten merkbar.
- Einstieg mit einer echten Situation
- Erfolgsgeschichten
- Fallbeispiele
F) Employer Branding & Recruiting
Geschichten machen Ihr Unternehmen für Mitarbeitende attraktiv.
- Geschichten Ihrer Mitarbeitenden
- Einblicke in den Arbeitsalltag
- Werdegang des Unternehmens
G) Werbung (Online & Offline)
Auch in Anzeigen können Sie kurze Geschichten erzählen.
- Mini-Story in nur 2–3 Sätzen
- Bildwelt, die eine Geschichte erzählt
- Testimonials (echte Kundenaussagen)
H) Blogs & Content Marketing
Komplexe Inhalte lassen sich durch Stories leicht erklären.
- Problem-Lösung-Geschichten
- Praxisbeispiele
- Erfahrungsberichte
I) Broschüren, Flyer und Printmaterial
Auch klassische Werbemittel profitieren von Storytelling.
- «So entstand unser Betrieb»
- «Ein typischer Kundenfall»
11. Kann ich Storytelling selber machen?
Ja, Sie können Storytelling sehr gut selber machen. Storytelling ist kein kompliziertes Marketinginstrument, das nur Profis beherrschen.
Im Gegenteil: Gerade KMU sind im Vorteil, weil sie echte Geschichten haben, die Menschen berühren.
Sie brauchen dafür kein grosses Budget, keine speziellen Programme und keine Marketing-Ausbildung.
Was Sie brauchen, ist:
- ein wenig Struktur
- ein Verständnis für Ihre Zielgruppe
- echte Beispiele aus Ihrem Alltag
- und die Bereitschaft, regelmässig kleine Geschichten zu erzählen
12. Warum KMU besonders gut selber Geschichten erzählen können
Viele KMU glauben, Storytelling sei schwierig, dabei haben sie die besten Voraussetzungen:
A) Sie kennen Ihre Kund:innen persönlich
Das macht Geschichten glaubwürdig und authentisch.
B) Sie erleben täglich Situationen, die erzählenswert sind
Kundenerlebnisse, Herausforderungen, Erfolgsmomente, alles echtes Storytelling-Material.
C) Sie haben eine starke Identität und persönliche Werte
Das ist viel wertvoller als Marketing-Sprache.
D) Sie sind näher am Menschen als grosse Konzerne
Genau das macht Ihre Geschichten sympathisch und wirkungsvoll.
13. Was Sie beachten müssen, damit es funktioniert
A) Nutzen Sie eine einfache Struktur
Die beste Struktur für KMU ist die 4-Schritte-Regel:
- Problem
- Lösung
- Ergebnis
- Emotion / Nutzen
Damit können Sie jede Geschichte einfach und verständlich formulieren.
B) Bleiben Sie authentisch
Keine Hochglanz-Werbung, keine übertriebenen Versprechen.
Erzählen Sie ehrlich, wie Ihr Alltag aussieht und wie Sie Kund:innen helfen.
C) Starten Sie klein, aber regelmässig
Ein kleiner Beitrag pro Woche wirkt langfristig stärker als eine grosse Kampagne im Jahr.
14. Was Sie nicht brauchen, um zu starten
Viele KMU glauben, sie brauchen:
- eine komplizierte Marketingstrategie
- aufwendige Videos
- perfekte Texte
- professionelle Fotos
- viel Zeit
Das stimmt nicht. Storytelling funktioniert am besten mit echten, einfachen, kurzen Geschichten.
15. Wann Sie trotzdem externe Unterstützung brauchen könnten
In manchen Situationen kann ein Profi hilfreich sein:
- wenn Sie ein grösseres Branding oder einen Imagefilm planen
- wenn Sie keine Zeit für regelmässige Inhalte haben
- wenn Sie eine klare Content-Strategie möchten
- wenn Sie Sicherheit oder Qualitätskontrolle möchten
Aber für den Alltag in Social Media, auf der Website oder im Newsletter können Sie es absolut selber machen.
Die wichtigsten Tipps für Storytelling auf einer Website
- Starten Sie mit einer klaren Aussage, nicht mit Ihrer Firmengeschichte
«Was bekomme ich hier?», «Wie hilft mir das?» - Nutzen Sie echte Kundengeschichten
Kurze Fallbeispiele funktionieren besser als lange Texte. «Ein Kunde hatte dieses Problem – so konnten wir helfen.» - Arbeiten Sie mit Bildern aus Ihrem eigenen Betrieb
Authentische Fotos erzeugen sofort Vertrauen. - Zeigen Sie konkrete Resultate
Statt «Top Qualität»: «Wir konnten für Firma XY die Ausfallzeit um 30% reduzieren.» - Nutzen Sie kurze, klare Abschnitte
Website-Besucher scannen Texte – sie lesen nicht lang. - Fügen Sie einen klaren Call-to-Action ein
«Jetzt Kontakt aufnehmen», «Mehr erfahren», «Offerte anfragen» - Nutzen Sie Ihre «Über-uns»-Seite für Ihre Unternehmensgeschichte
«Wer sind Sie, und warum machen Sie das?» - Zeigen Sie Ihr Team als Menschen
Kurze Stories zu Mitarbeitenden schaffen Nähe und Glaubwürdigkeit.
Die wichtigsten Tipps für Storytelling in Social Media Posts
- Beginnen Sie immer mit einem Hook
Ein Satz, der sofort Aufmerksamkeit zieht: «Gestern hatten wir einen Notfall-Einsatz …» - Nutzen Sie die einfache 4-Schritte-Regel
Problem – Lösung – Ergebnis – Emotion/Nutzen - Zeigen Sie echte Einblicke in Ihren Alltag
«Making-of», spontane Momente, kleine Anekdoten. - Verwenden Sie echte Bilder, nicht Hochglanz-Fotos
Authentizität schlägt Perfektion. - Erzählen Sie Kurzgeschichten statt Werbetexten
Ihre Beiträge sollen menschlich wirken, nicht wie Anzeigen. - Sprechen Sie von Menschen, nicht von Produkten
Produkte interessieren kaum – Probleme und Lösungen schon. - Halten Sie es kurz, klar und lebendig
Zu lange Texte werden selten fertig gelesen. - Beziehen Sie Ihre Community ein
Fragen stellen, Kommentare einholen, Storys von Kunden teilen.
16. Weitere Kanäle, in denen Storytelling sehr gut funktioniert
A) Newsletter / E-Mail-Kommunikation
- Starten Sie mit einer kleinen Geschichte oder einem konkreten Erlebnis
- Schreiben Sie persönlich, nicht wie eine Firmenmeldung
B) Verkaufsgespräche & Offerten
- Nutzen Sie Kundengeschichten als Beispiele
- Zeigen Sie, wie Sie ein ähnliches Problem bereits gelöst haben
C) Präsentationen
- Starten Sie mit einer Geschichte, nicht mit Zahlen
- Verwenden Sie echte Beispiele, nicht theoretische Fälle
D) Recruiting / Mitarbeitersuche
- Erzählen Sie Geschichten über Ihr Team
- Zeigen Sie den Alltag im Betrieb
E) Broschüren & Printmaterial
- Verwenden Sie kurze Story-Elemente statt lange Fliesstexte
- Zeigen Sie vorher/nachher-Beispiele
Allgemeine Tipps
- Verwenden Sie einfache Sprache
Klar, verständlich, direkt – kein Marketing-Deutsch - Erzählen Sie echte, reale Geschichten
Keine Übertreibungen, keine erfundenen Fälle - Beschreiben Sie Emotionen und Veränderungen
Was war vorher, was ist nachher?
Wie fühlt sich der Kunde jetzt? - Nutzen Sie Menschen als Hauptfigur
Nicht: «Unser Produkt macht …» Sondern: «Herr Meier konnte mit unserer Lösung …» - Erzählen Sie regelmässig – nicht einmal im Jahr
Lieber kleine, regelmässige Storys statt eine grosse
17. Was bedeutet es, mit Medien und Content (Bilder oder Videos) zu arbeiten?
Im Marketing meint man mit «Medien» oder «Content» alles, was Sie visuell oder inhaltlich veröffentlichen, um mit Ihren Kund:innen zu kommunizieren.
- Bilder (Fotos, Grafiken, Illustrationen)
- Videos (kurze Clips, Interviews, Einblicke in Ihren Betrieb)
- Texte (Beiträge, Geschichten, Blogartikel)
- Audio (z. B. kurze Sprachnachrichten oder Podcasts)
Wenn man speziell von Medien spricht, ist in der Regel Bild- und Videomaterial gemeint.
2. Warum sind Bilder und Videos so wichtig?
Bilder und Videos sind die schnellste und stärkste Form der Kommunikation.
Menschen verarbeiten visuelle Inhalte schneller als Texte.
- Bilder ziehen sofort Aufmerksamkeit an
- Videos erklären komplexe Dinge in wenigen Sekunden
- Visuelle Inhalte wecken Emotionen
- Kund:innen vertrauen Bildern aus der Realität mehr als Texten
3. Welche Arten von Bildern können Sie nutzen?
A) Echte Fotos aus Ihrem Betrieb
- Sie, Ihr Team, Ihre Produkte, Ihre Maschinen
- Einblicke in Abläufe
- Vorher/Nachher-Bilder
Wirken am glaubwürdigsten.
B) Situationsbilder
- eine typische Kundensituation
- ein Problem, das Sie lösen
Diese Bilder helfen, Ihre Geschichte verständlich zu machen.
C) Emotionale Bilder
- ein zufriedener Kunde
- eine gelungene Übergabe
Sie zeigen Wirkung und Vertrauen.
D) Grafiken oder einfache Erklärbilder
Hilfreich für komplexe Themen.
4. Welche Arten von Videos sind für KMU ideal?
Sie brauchen keine teure Produktion.
Schon einfache Smartphone-Videos funktionieren hervorragend.
A) Kurze Alltagsvideos (15–30 Sekunden)
«Heute im Betrieb», «Einblick in ein Projekt», «So machen wir das».
B) Kundenstorys
Ein kurzer Erfahrungsbericht oder Fallbeispiel.
C) Erklärvideos
Sie erklären ein Produkt oder eine Dienstleistung in einfachen Worten.
D) Behind-the-Scenes
Zeigt, wie Sie arbeiten, wie etwas entsteht, wie Ihr Team wirkt.
E) Persönliche Statements
Ein kurzer Gruss oder Hinweis vom Inhaber oder einer Mitarbeiterin.
5. Wie unterstützen Medien gutes Storytelling?
Bilder und Videos machen Ihre Geschichte sichtbar.
Das hilft Ihrer Zielgruppe, sich schneller hineinzudenken.
Im Text steht:
«Ein Kunde hatte ein Problem mit seiner kaputten Heizung.»
Mit einem Bild dazu sehen Menschen sofort:
- es ist echte Arbeit
- echte Menschen
- echtes Problem
Das verstärkt Ihre Botschaft enorm.
Videos verstärken Storytelling noch mehr, weil sie Ton, Bewegung und Emotion kombinieren.
6. Wo setzen Sie Bilder und Videos ein?
A) Website / Landingpage
- Vorher/Nachher-Bilder
- kurze Video-Erklärungen
- Teamfotos
B) Social Media
- Alltagsszenen
- kurze Videos
- Kundenstorys
C) Newsletter / E-Mails
- Fotos von Projekten
- kurze Clips
D) Präsentationen
- Bilder helfen, Klarheit und Emotionen zu erzeugen
E) Printmaterial
- echte Bilder wirken glaubwürdiger als Stockfotos
7. Was ist als KMU besonders wichtig?
A) Echte Medien statt Hochglanz
Ihre Kund:innen möchten sehen, wie es bei Ihnen wirklich aussieht.
B) Kurz und klar
Ein starkes Bild oder ein kurzes Video sagt oft mehr als ein langer Text.
C) Regelmässig statt perfekt
Besser jede Woche ein einfaches Bild als einmal im Jahr ein perfektes Video.
D) Emotionen zeigen
Ein Lächeln, ein Dankeschön, ein Team-Moment wirken stärker als jede Werbesprache.
8. Fazit: kurz und verständlich
«Medien und Content» bedeutet, dass Sie mit Bildern und Videos kommunizieren, um:
- schneller verstanden zu werden
- authentischer zu wirken
- Vertrauen aufzubauen
- Ihre Geschichten sichtbar und erlebbar zu machen
Bilder und Videos sind für KMU das stärkste Werkzeug, weil sie Menschen direkt erreichen und Emotionalität transportieren, ohne grosses Budget.
Nützliches Wissen zum Thema Storytelling
- «Storytelling» – Grundlagen, Herkunft, Einsatz im Marketing.
wikipedia.org/Storytelling - «Content Marketing» – erklärt, wie Inhalte wie Texte, Bilder oder Videos genutzt werden.
wikipedia.org/Content-Marketing - «Heldenreise» – die bekannte 12-Schritte-Struktur, häufig im Storytelling angewendet.
wikipedia.org/Heldenreise
Fazit
- Storytelling: Inhalte als verständliche, emotionale Geschichten vermitteln
- Wichtig: Kunde im Mittelpunkt, klare Struktur, echte Beispiele
- Fehler: Zu werblich, zu kompliziert, keine Emotionen, keine Bilder
- Einsatz: Website, Landingpages, Social Media, Newsletter, Verkauf
- Medien: Echte Fotos/Videos für Vertrauen, Nähe und schnelle Verständlichkeit