Wofür brauche ich als KMU einen Funnel? - Better Branding
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Wofür brauche ich als KMU einen Funnel?

Ein Funnel ist ein digitaler Prozess, der sicherstellt, dass interessierte Personen nicht einfach verschwinden, sondern Schritt für Schritt Vertrauen aufbauen und am Ende eine konkrete Handlung ausführen. Für viele KMU ist ein Funnel heute ein zentrales Werkzeug, um online planbar Kund:innen zu gewinnen.

1. Was leistet ein Funnel grundsätzlich?

Ein Funnel begleitet eine unbekannte Person vom ersten Kontakt bis zur Entscheidung. Er stellt sicher, dass keine potenzielle Kund:innen verloren gehen und dass der Kontakt systematisch weitergeführt wird.

a) Aufmerksamkeit halten

Im digitalen Raum ist die Ablenkung sehr gross. Ein Funnel verhindert, dass Besucher:innen nach wenigen Sekunden wieder weg sind.

b) Vertrauen aufbauen

Ein Funnel liefert die Informationen, die eine Person braucht, um ein gutes Gefühl zu entwickeln, Praktisches, Nutzen, Beispiele, Bewertungen, Anleitungen oder Erklärungen.

c) Eine Handlung auslösen

Das Ziel eines Funnels ist immer klar: Eintrag, Download, Anfrage, Termin oder Kauf.

2. Warum ist ein Funnel speziell für KMU wichtig?

Viele KMU sind stark im persönlichen Kontakt, aber digital fehlt oft ein klarer Prozess. Ein Funnel ergänzt die bestehende Kundenpflege und macht die digitale Kommunikation viel effizienter.

a) Sie verlieren weniger Interessentinnen und Interessenten

Ohne Funnel verschwinden bis zu 95 % aller Website-Besucher:innen wieder.
Ein Funnel sammelt diese Kontakte ein und führt sie weiter.

b) Sie sparen Zeit durch Automatisierung

Wiederkehrende Aufgaben wie Informationen versenden, nachfassen oder Termine koordinieren laufen automatisch ab.

c) Sie erhalten messbare Ergebnisse

Ein Funnel zeigt, wo Personen abspringen und was gut funktioniert.
Dadurch wird Marketing planbar statt zufällig.

d) Sie schaffen einen Wettbewerbsvorteil

Viele Schweizer KMU nutzen Funnels noch kaum.
Wer früh startet, profitiert langfristig.

3. Welche Probleme löst ein Funnel konkret?

Ein Funnel schafft Klarheit und verhindert typische Herausforderungen:

  • Viele Website-Besucher:innen, aber wenige Anfragen
  • Werbekosten ohne sichtbaren Erfolg
  • Social Media mit Reichweite, aber ohne Kundengewinnung
  • Newsletter ohne klaren Zweck oder Struktur
  • Keine Übersicht, wer interessiert ist und wer nicht

1. Beispiele für einfache Funnels

Nachfolgend finden Sie drei leicht verständliche Szenarien, die zeigen, wie ein Funnel in der Praxis aussehen kann. Die Beispiele sind bewusst einfach gehalten, damit sich KMU schnell etwas darunter vorstellen können.

1. Beispiel für einen Dienstleister

Schritt 1: Aufmerksamkeit gewinnen

Eine interessierte Person findet Ihre Website über Google oder Social Media.

Schritt 2: Einstieg in den Funnel

Auf der Website bieten Sie etwas Nützliches an, z. B. «Kostenlose Checkliste für eine erfolgreiche Renovation».
Die Person trägt ihre E-Mail ein, um die Checkliste zu erhalten.

Schritt 3: Vertrauen aufbauen

Die Person erhält in den nächsten Tagen drei automatisierte E-Mails:

  • E-Mail 1: Checkliste + kurze Vorstellung Ihres Büros
  • E-Mail 2: Beispiele von Projekten und häufige Fehler bei Renovationen
  • E-Mail 3: Einladung zu einem unverbindlichen Erstgespräch

Schritt 4: Handlung auslösen

Die Person klickt auf «Kostenloses Erstgespräch buchen» und vereinbart einen Termin.

Der Funnel sorgt dafür, dass die Person nicht einfach wieder verschwindet, sondern an das Büro gebunden bleibt, bis sie bereit für das Gespräch ist.

2. Beispiel für ein Start-up

Schritt 1: Aufmerksamkeit gewinnen

Das Start-up schaltet eine Google- oder LinkedIn-Anzeige:
«Einfachere Zeiterfassung für Teams, jetzt 30 Tage kostenlos testen».

Schritt 2: Einstieg in den Funnel

Die Anzeige führt auf eine Landingpage mit einem klaren Ziel: kostenlos testen.
Die Person registriert sich mit E-Mail und Firmenname.

Schritt 3: Vertrauen aufbauen

Nach der Anmeldung startet ein kurzer E-Mail-Ablauf:

  • E-Mail 1: Zugangsdaten + wichtigste Funktionen
  • E-Mail 2: Video «So richten Sie Ihr Team in 5 Minuten ein»
  • E-Mail 3: Beispiele anderer KMU, die das Tool nutzen
  • E-Mail 4: Erinnerung, die Testphase zu aktivieren
  • E-Mail 5: Einladung zu einer kurzen Online-Demo

Schritt 4: Handlung auslösen

Kurz vor Ablauf der Testphase erhält die Person eine E-Mail mit dem Angebot, einen günstigen Einstiegstarif zu buchen.

Damit wird der Weg vom Interesse über den Test bis zur kostenpflichtigen Nutzung klar geführt.

3. Beispiel für einen Produktanbieter

Schritt 1: Aufmerksamkeit gewinnen

Eine Person sieht Ihre Produkte auf Instagram oder auf einer Messe.

Schritt 2: Einstieg in den Funnel

Auf Ihrer Website bieten Sie an:
«10 % Willkommensrabatt für Ihre erste Bestellung».
Die Person trägt ihre E-Mail ein.

Schritt 3: Vertrauen aufbauen

Nach dem Eintrag erhält sie automatisierte E-Mails:

  • E-Mail 1: Rabattcode + Bestseller zeigen
  • E-Mail 2: Kurze Erklärung zu Material, Nachhaltigkeit, Produktion
  • E-Mail 3: Vergleich mit Einwegflaschen + Kundenerfahrungen
  • E-Mail 4: Erinnerung, dass der Rabatt bald abläuft

Schritt 4: Handlung auslösen

Die Person löst den Rabatt ein und kauft eine Flasche.
Zusatz: Nach dem Kauf beginnt ein zweiter kleiner Funnel:

  • Pflegehinweise
  • Zubehörvorschläge
  • Einladung zum Treueprogramm

Damit entsteht wiederkehrender Umsatz und Kundenbindung.

2. Ist ein Funnel wie Werbung? Was ist der Unterschied?

Ein Funnel und Werbung gehören zwar zusammen, sind aber nicht das Gleiche. Werbung ist nur der Anfang. Ein Funnel sorgt dafür, dass aus dieser Aufmerksamkeit auch echte Kundschaft entsteht.

1. Was ist Werbung?

Werbung ist der erste Kontaktpunkt.

a) Ziel der Werbung

  • Aufmerksamkeit erzeugen
  • Interesse wecken
  • Personen auf Ihre Website oder Landingpage bringen

b) Eigenschaften von Werbung

  • Kurz, direkt, auffällig
  • Muss schnell überzeugen
  • Funktioniert wie ein «Hallo, schauen Sie kurz her»

c) Beispiele für Werbung

  • Google-Anzeigen
  • Social Media Ads
  • Plakate
  • Flyers
  • Posts, die Reichweite erzeugen

Werbung zeigt also nur auf etwas hin. Aber sie baut kein Vertrauen auf und beantwortet auch nicht alle Fragen.

2. Was ist ein Funnel?

Ein Funnel beginnt dort, wo die Werbung aufhört.
Er übernimmt alle Schritte nach der ersten Aufmerksamkeit.

a) Ziel des Funnels

  • Vertrauen aufbauen
  • Beziehung herstellen
  • Informationen liefern
  • Schritt für Schritt zu einer Handlung führen (Anfrage, Termin, Kauf)

b) Eigenschaften eines Funnels

  • Systematisch
  • Mehrere Schritte
  • Automatisierte Kommunikation
  • Individuell auf die Zielgruppe abgestimmt

Ein Funnel führt Personen also bewusst weiter, bis sie entscheiden können.

3. Was ist der wichtigste Unterschied?

Werbung = Aufmerksamkeit

Sie holen Menschen an den Start.

Funnel = Weiterführung

Sie begleiten diese Menschen bis zum Ziel.

Werbung ohne Funnel ist wie ein kurzer Handschlag.
Ein Funnel macht daraus einen gesamten Gesprächsverlauf bis zum Abschluss.

3. Einfaches Funnel-Beispiel für Employer Branding

Viele KMU haben Mühe, geeignete Mitarbeitende zu finden. Ein Employer-Branding-Funnel hilft, interessierte Fachkräfte nicht zu verlieren, sondern Schritt für Schritt zu überzeugen, dass Ihr Unternehmen ein attraktiver Arbeitgeber ist.

1. Schritt: Aufmerksamkeit gewinnen

Ein potenzieller Bewerber oder eine Bewerberin sieht Ihre Stellenanzeige oder einen Social-Media-Post, z. B.:

«Wir suchen Fachkräfte, die gerne Verantwortung übernehmen. Lernen Sie unser Team kennen.»

Ziel: Die Person wird auf Ihr KMU aufmerksam.

2. Schritt: Einstieg in den Funnel

Die Anzeige führt auf eine klare Landingpage speziell für Bewerbende.
Dort findet die Person:

  • ein kurzes Video: «Wer wir sind»
  • drei Vorteile Ihres KMU
  • ein einfaches Kontaktformular «Interesse anmelden in 30 Sekunden»

Die Person trägt Namen und E-Mail ein.
Damit tritt sie in den Funnel ein, ohne bereits eine vollständige Bewerbung senden zu müssen.

3. Schritt: Vertrauen aufbauen

Nach dem Eintrag erhält die Person automatisch eine kurze E-Mail-Sequenz:

E-Mail 1:
Dank für das Interesse + Überblick über das KMU + Teamfoto

E-Mail 2:
Alltag im Unternehmen, z. B. kurzer Bericht einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters

E-Mail 3:
Konkrete Informationen zur Rolle, Weiterbildung, Arbeitszeiten oder Benefits

E-Mail 4:
Einladung zu einem unverbindlichen Kennenlern-Gespräch (online oder vor Ort)

Damit erhält die Person ein realistisches Bild und beginnt Vertrauen zu Ihrem Unternehmen aufzubauen.

4. Schritt: Handlung auslösen

Jetzt folgt der Entscheidungsimpuls:

«Möchten Sie uns unverbindlich kennenlernen? Buchen Sie hier ein kurzes 15-Minuten-Gespräch.»

Die Hürde ist bewusst tief.
Aus Interessierten werden Gesprächspartnerinnen oder Gesprächspartner.

5. Schritt: Weiterführung nach dem Gespräch

Nach dem Kennenlernen kommt ein kurzer Folgeprozess:

  • Danke-E-Mail
  • Dokument mit weiteren Informationen
  • Hinweis auf die einfache Online-Bewerbung

Die häufigsten Fehler beim Vertrauensaufbau im Funnel

  • Zu früh verkaufen
    Wenn Sie sofort verkaufen wollen, statt zuerst Mehrwert zu bieten, springen viele Interessierte ab.
  • Unklare Informationen
    Unklare Leistungen, Preise oder Abläufe schaffen Unsicherheit.
  • Fehlende Transparenz
    Ohne Einblick in Team, Arbeitsweise oder Kontaktpersonen entsteht kein Vertrauen.
  • Zu viel Fachsprache
    Komplizierte Begriffe und interne Sprache verwirren und wirken distanziert.
  • Keine sozialen Beweise
    Fehlende Referenzen, Bewertungen oder Kundenerfahrungen schwächen Glaubwürdigkeit.
  • Unregelmässige Kommunikation
    Wenn nur ein Kontaktpunkt besteht, geht das Vertrauen schnell verloren.
  • Übertriebene Versprechen
    Unrealistische Aussagen wirken unseriös und zerstören Vertrauen sofort.
  • Unprofessioneller Online-Auftritt
    Veraltete oder unübersichtliche Websites wirken unzuverlässig, unabhängig von Ihrer Qualität.

4. Muss ich eine Agentur beauftragen, damit der Funnel funktioniert?

Nein, Sie müssen keine Agentur beauftragen.
Aber je nach Situation kann es sinnvoll sein. Für KMU mit wenig digitalem Know-how ist die

1. Was können Sie selbst machen?

Viele grundlegende Funnel-Aufgaben können Sie mit etwas Zeit und Anleitung selbst umsetzen:

  • einfache Landingpage erstellen
  • klare Texte formulieren
  • Kontaktformular einrichten
  • einfache E-Mail-Abfolge erstellen
  • Social-Media-Posts veröffentlichen

2. Wann ist eine Agentur sinnvoll?

Eine Agentur kann dann hilfreich sein, wenn:

  • Ihnen Zeit fehlt
  • Sie keinen klaren Ablauf entwickeln können
  • die Technik zu komplex wird
  • mehrere Systeme verbunden werden müssen
  • Werbeanzeigen professionell aufgesetzt werden sollen
  • Sie schnell Resultate benötigen

3. Vorteile einer Agentur

  • schnellerer Aufbau
  • professionelle Gestaltung
  • zielgerichtete Texte und Inhalte
  • optimierte Werbung
  • technische Sicherheit
  • laufende Auswertung und Anpassung

4. Nachteile einer Agentur

  • zusätzliche Kosten
  • weniger unmittelbares Wissen im eigenen Unternehmen

Nützliches Know-how zum Thema Funnel

  1. Meta – «Blueprint Lernprogramm»
    Offizielle Lernplattform von Meta zu Funnel-Aufbau, Zielgruppen, Kampagnen und Kundenreise.
    www.facebook.com
  2. LinkedIn – «Marketing Solutions Lernen»
    Grundlagen zu B2B-Marketing, Funnel-Aufbau, Content-Strategie und Lead-Generierung.
    www.linkedin.com
  3. Google Analytics Hilfe – «Wie Nutzerreisen funktionieren»
    Saubere Erklärung zur Customer Journey und wie man Funnel-Daten richtig interpretiert.
    support.google.com/analytics/
  4. WordPress Support – «Grundlagen zu Websites, Struktur und Inhalten»
    Verständliche Einführung, wie Inhalte aufgebaut sein sollten, damit Nutzer:innen geführt werden.
    wordpress.org/support/

Fazit: Die wichtigsten Erkenntnisse zu Funnels

  • Ein Funnel verhindert, dass Interessierte verschwinden.
  • Er baut Vertrauen Schritt für Schritt auf.
  • Werbung erzeugt Aufmerksamkeit, der Funnel führt weiter.
  • Klare Inhalte und Transparenz stärken Vertrauen.
  • Fehler wie Fachsprache oder unklare Infos bremsen.
  • Funnels funktionieren einfach, auch ohne Agentur.
  • Für komplexe Abläufe lohnt sich professionelle Hilfe.

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