Wie finden Sie gute Storys in Ihrem Unternehmen?
1. Verstehen Sie, wo Geschichten entstehen
Gute Storys entstehen nicht nur in grossen Projekten, sondern im Alltag: bei Kundenkontakten, in kleinen Erfolgen, in Herausforderungen oder in Situationen, in denen etwas gelernt wurde. Wichtig ist, dass eine Geschichte immer ein Problem, eine Entwicklung und ein Ergebnis enthält.
2. Fragen Sie Mitarbeitende nach konkreten Alltagssituationen
Ihre Mitarbeitenden erleben täglich Situationen, in denen etwas gut funktioniert, schwierig war oder kreativ gelöst wurde.
Stellen Sie einfache Fragen wie:
- «Gab es kürzlich eine besondere Herausforderung?»
- «Was hat Sie überrascht?»
- «Welches Problem konnten wir für einen Kunden lösen?»
Solche Fragen bringen echte, glaubwürdige Storys ans Licht.
3. Beziehen Sie Kund:innen aktiv ein
Gerade Kund:innen geben oft die wertvollsten Geschichten.
Fragen Sie nach:
- Was war vor der Zusammenarbeit schwierig?
- Warum suchten sie Hilfe?
- Was hat sich nach der Lösung verändert?
Kundengeschichten wirken authentisch und verständlich.
4. Achten Sie auf typische Muster
Viele gute Geschichten beginnen mit:
- einem Missverständnis,
- einem Zeitdruck,
- einem Fehler,
- einer cleveren Lösung,
- einem emotionalen Moment,
- oder einem Umdrehen einer schwierigen Situation.
Solche Muster sind ideale Story-Auslöser.
5. Dokumentieren Sie Storys sofort
Damit Geschichten nicht verloren gehen, braucht es ein einfaches System: ein gemeinsames Dokument, eine kurze Notiz-App oder ein wöchentlicher Austausch. Wichtig ist, dass Sie Storys festhalten, sobald sie passieren.
6. Strukturieren Sie jede Story kurz und klar
Nutzen Sie ein einfaches 3-Schritte-Modell:
- Problem: Was war schwierig?
- Weg: Was wurde getan?
- Ergebnis: Was hat sich verbessert?
Damit wird jede Alltagssituation zu einer klar verständlichen Geschichte für Website, Social Media oder Verkaufsgespräche.
Praktische Tipps, wie Sie gute Storys im Unternehmen finden
- Richten Sie einen einfachen Story-Sammelprozess ein
- Sie brauchen keine komplizierten Tools.
- Ein gemeinsames Dokument, eine Notiz-App oder ein wöchentlicher Austausch reicht völlig. Wichtig ist, dass Sie regelmässig kurze Beobachtungen festhalten.
- Sammeln Sie kleine Momente – nicht nur grosse Erfolge …
- ein Kunde, der durch Ihre Beratung Klarheit gewinnt,
- eine Herausforderung, die das Team gut löst,
- eine kreative Lösung im Alltag.
- Fragen Sie aktiv nach Erfahrungen
- «Gab es heute etwas Überraschendes?»
- «Welches Problem konnten wir lösen?»
- «Was lief nicht wie geplant – und wie haben wir es gelöst?»
- Beziehen Sie das ganze Team ein
- Mitarbeitende in Produktion, Verkauf oder Service sehen viele Situationen, die Führungspersonen oft nicht mitbekommen.
- Ermutigen Sie das Team, kurze Beispiele zu teilen, auch wenn sie unscheinbar wirken.
- Hören Sie bei Kund:en genau hin
- Kund:innen erzählen oft spontan, was vorher schwierig war oder wie sich die Situation verbessert hat.
- Diese Aussagen sind ideale Grundlage für Storys, natürlich nur mit Zustimmung des Kunden.
- Beobachten Sie Veränderungen
- Gute Storys entstehen in Momenten, in denen etwas anders geworden ist, zum Beispiel:
- ein Prozess wurde verbessert,
- eine Panne wurde professionell gelöst,
- ein Kunde konnte dank Ihnen einen Schritt weiterkommen,
- ein Team hat daraus etwas gelernt.
- Nutzen Sie Vorher-Nachher-Vergleiche
- Wenn Sie zeigen können, wie etwas früher war und wie es heute aussieht, entsteht automatisch eine klare Erzählstruktur. Das eignet sich besonders gut für Social Media
- Halten Sie jede Story kurz und klar
- Nutzen Sie ein einfaches Mini-Gerüst, das immer funktioniert:
- «Ausgangssituation»
- «Herausforderung»
- «Lösung / Begleitung»
- «Ergebnis»
1. Was meint man mit
«Fragen Sie nach: Was war schwierig? Was hat überrascht»?
Diese Fragen helfen Ihnen, gute Geschichten im Unternehmen sichtbar zu machen. Viele Storys entstehen aus kleinen Herausforderungen oder überraschenden Momenten im Alltag. Wenn Sie regelmässig solche Fragen stellen, entdecken Sie automatisch Situationen, die sich gut für Ihr Marketing eignen.
1. «Was war schwierig?» – Warum diese Frage wichtig ist
Jede gute Geschichte beginnt mit einer Herausforderung.
Diese Frage zeigt Ihnen, wo ein Problem entstanden ist, das später gelöst wurde.
Typische Beispiele im KMU-Alltag:
- Ein Projekt war zeitkritisch oder kompliziert.
- Ein Kunde war unsicher und brauchte Unterstützung.
- Ein Prozess funktionierte nicht wie gewünscht.
- Ein technisches Problem musste schnell gelöst werden.
Solche Schwierigkeiten sind wertvoll, weil sie zeigen:
- wie Sie handeln,
- wie Sie Lösungen finden,
- wie Sie Kund:innen begleiten.
Das macht Ihre Story glaubwürdig und nachvollziehbar.
2. «Was hat überrascht?» – Warum diese Frage ebenfalls wichtig ist
Überraschungen zeigen Momente, in denen etwas anders lief als erwartet, positiv oder negativ. Diese Situationen sind oft besonders erzählenswert, weil sie Emotionen auslösen oder eine Wendung enthalten.
Beispiele:
- Ein Kunde reagierte anders als gedacht.
- Ein kleines Detail hatte grosse Wirkung.
- Ein Problem war einfacher zu lösen als befürchtet.
- Eine spontane Idee führte zu einem besseren Ergebnis.
Überraschungen machen eine Story lebendig und interessant.
3. Warum genau diese beiden Fragen hilfreich sind
Diese zwei Fragen decken automatisch zentrale Elemente einer guten Story ab:
- «Was war schwierig?» zeigt den Ausgangspunkt, das Problem.
- «Was hat überrascht?» zeigt die Entwicklung oder eine Wendung.
Gemeinsam führen sie fast immer zu einer Geschichte, die so aufgebaut ist:
- Ausgangssituation
- Schwierigkeit / Problem
- Überraschender Moment oder Wendung
- Lösung
- Ergebnis
Damit haben Sie automatisch eine einfache, funktionierende Story-Struktur.
4. Wie Sie diese Fragen im Alltag einsetzen können
Sie können diese Fragen ganz unkompliziert verwenden:
- im Team-Meeting («Gab es diese Woche etwas Schwieriges oder Überraschendes?»)
- im Kundengespräch («Was war für Sie vor unserer Zusammenarbeit am schwierigsten?»)
- bei Projektbesprechungen
- unterwegs im Alltag, wenn etwas passiert
Wichtig ist, dass Sie aufmerksam zuhören und die Antworten kurz notieren.
5. Was Sie aus den Antworten machen können
Die Antworten auf diese beiden Fragen liefern ideale Bausteine für:
- Social-Media-Posts
- kurze Website-Stories
- Erfolgsgeschichten
- Kundencases
- Präsentationen
- Newsletter
- Verkaufsgespräche
Sie müssen dafür nicht perfektes Storytelling beherrschen, die Fragen liefern bereits alles, was Sie brauchen.
2. Was meint man mit «oft im Alltag, nicht nur im Grossen»?
Viele KMU glauben, dass gute Geschichten nur aus grossen Projekten, wichtigen Meilensteinen oder aussergewöhnlichen Erfolgen entstehen. Das stimmt aber nicht. Die meisten wirksamen Storys entstehen im ganz normalen Arbeitsalltag, in Momenten, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken, aber viel über Ihr Unternehmen aussagen.
1. «Alltag» bedeutet: kleine Situationen, die regelmässig passieren
Im Alltag entstehen Momente, die zeigen, wie Sie arbeiten, denken und mit Kund:innen umgehen. Diese Situationen sind ehrlich, authentisch und für viele Menschen nachvollziehbar. Genau das macht sie wertvoll.
Beispiele:
- Eine Mitarbeiterin erklärt einem Kunden etwas verständlich.
- Eine kleine Panne wird schnell gelöst.
- Ein Kunde gewinnt Klarheit in einer Beratung.
- Ein Team findet spontan eine gute Lösung.
- Eine Lieferung wird trotz Zeitdruck möglich gemacht.
Solche Momente sind oft viel glaubwürdiger als grosse Erfolge.
2. «Nicht nur im Grossen» bedeutet: Sie brauchen keine spektakulären Geschichten
Viele Unternehmen warten auf «die perfekte Story», ein grosses Projekt, ein riesiger Auftrag, ein aussergewöhnlicher Erfolg.
Doch solche Situationen passieren selten und sind für viele KMU nicht repräsentativ.
In der Kommunikation wirken dagegen kleine, echte Beispiele viel stärker, weil sie zeigen:
- wie Sie wirklich arbeiten
- wie Sie Probleme lösen
- wie Sie Kund:innen unterstützen
- welche Werte Ihr Unternehmen lebt
Glaubwürdigkeit ist wichtiger als Spektakel.
3. Warum Alltags-Stories besonders wertvoll sind
Alltagsgeschichten funktionieren gut, weil sie:
- realistisch und echt sind
- häufiger vorkommen
- leicht zu erzählen sind
- für Kund:innen nachvollziehbar sind
- Vertrauen schaffen
- Ihre Kompetenz natürlich zeigen
Eine kleine Alltagssituation erzählt oft mehr über Ihr Unternehmen als ein grosser, komplizierter Erfolg.
4. Wie Sie solche Alltags-Momente entdecken
Achten Sie bewusst auf Fragen wie:
- «Was ist heute passiert, das typisch für unsere Arbeit ist?»
- «Welche kleine Herausforderung haben wir gelöst?»
- «Welcher Kunde hat uns etwas Positives zurückgemeldet?»
- «Gab es eine Situation, in der jemand überrascht war?»
Wenn Sie diese Momente festhalten, entsteht automatisch ein Fundus an guten Geschichten.
5. Beispiele aus der Praxis
Nicht nur gross:
Ein abgeschlossenes Millionenprojekt oder eine grosse Produkteinführung.
Oft im Alltag:
- Ein Kunde ruft an, weil er unsicher ist und Sie geben ihm Klarheit.
- Eine Mitarbeiterin findet eine effizientere Lösung für einen Arbeitsschritt.
- Ein Kunde bedankt sich, weil Sie schneller reagiert haben als erwartet.
- Ein Produkt wird kurzfristig angepasst, damit es besser passt.
3. Was muss ich bei der Heldenreise beachten?
1. Der Held ist nicht Ihr Unternehmen, sondern Ihr Kunde
Im Marketing sollte immer der Kunde im Zentrum stehen. Ihr Unternehmen ist der «Begleiter», der dem Kunden hilft, sein Ziel zu erreichen oder ein Problem zu lösen.
Beispiel:
Nicht: «Wir sind die Besten.»
Sondern: «Unsere Kundin konnte dank unserer Lösung eine schwierige Situation meistern.»
2. Eine Herausforderung oder ein Problem ist zentral
Jede gute Heldenreise beginnt mit einem Hindernis. Ohne Herausforderung entsteht keine Spannung. Beschreiben Sie klar, worum es geht, einfach, verständlich und ohne Fachbegriffe.
3. Zeigen Sie, wie Sie begleiten, unterstützen oder stärken
Ihr Unternehmen ist der «Guide». Zeigen Sie, wie Sie den Kund:innen befähigen, mit Fachwissen, Service oder Erfahrung. Wichtig ist, dass Ihre Rolle verständlich und glaubwürdig bleibt.
4. Machen Sie den Wandel sichtbar
Am Ende der Heldenreise steht eine Veränderung: ein Erfolg, eine Erleichterung oder eine Verbesserung für den Kunden. Beschreiben Sie konkret, was durch Ihre Unterstützung möglich geworden ist.
Beispiele:
– weniger Aufwand
– schnelleres Resultat
– Kosteneinsparung
– höhere Qualität
– ein Problem ist gelöst
5. Halten Sie die Geschichte kurz und fokussiert
Eine Heldenreise muss nicht lang sein. Sie kann in wenigen Sätzen erzählt werden. Wichtig ist eine klare Logik: Ausgangslage – Herausforderung – Unterstützung – Ergebnis.
6. Achten Sie auf echte, glaubwürdige Beispiele
Menschen spüren sofort, ob eine Geschichte authentisch ist. Nutzen Sie echte Kundenfälle oder Situationen aus dem Alltag. Verzichten Sie auf Übertreibungen.
7. Verwenden Sie einfache Sprache
Da viele Menschen wenig Zeit haben, sollte die Story ohne Erklärungen verständlich sein. Schreiben Sie klar, konkret und ohne Marketing-Floskeln.
8. Zeigen Sie Emotionen in einem passenden Rahmen
Emotionen machen Geschichten wirksam. Sie müssen nicht dramatisch sein. Kleine menschliche Momente reichen: Erleichterung, Freude, Frustration, Überraschung. Diese Gefühle machen die Geschichte greifbar.
4. Empfohlene Literatur
1. Petra Sammer – «Storytelling: Die Zukunft von PR und Marketing»
Eine der besten deutschsprachigen Expertinnen. Sehr praxisnah, klar verständlich und ideal für KMU, die Storytelling im Alltag nutzen möchten.
2. Annette Simmons – «Wer Geschichten erzählt, führt»
Ein verständliches Grundlagenwerk darüber, wie Sie mit Geschichten Vertrauen schaffen und überzeugen. Perfekt für Führungskräfte und Unternehmerinnen.
3. Lisa Cron – «Story Genius» (deutsch erhältlich)
Vertieft das Verständnis, wie gute Geschichten aufgebaut sind. Sehr anschaulich und für Marketing gut übertragbar.
4. Nancy Duarte – «Überzeugend präsentieren»
Eine starke Anleitung für Präsentationen und Kommunikationsauftritte. Fokus: Wie Sie Informationen in wirkungsvolle Storys verwandeln.
5. Carmine Gallo – «Storytelling für Manager»
Gut strukturiert, leicht verständlich. Zeigt, wie Storytelling in Verkauf, Präsentation und Kundenkontakt funktioniert.
6. Donald Miller – «Building a StoryBrand»
Trotz männlichem Autor für KMU eines der wichtigsten Bücher. Sehr einfach erklärt, sofort anwendbar. Bietet ein klares Modell für Marken-Storys.
Nützliches Wissen über gute Story-Themen
- Wikipedia – Heldenreise
wikipedia.org/wiki/Heldenreise - Think with Google – Insights & Trends
thinkwithgoogle.com - Meta Business – Content-Tipps
facebook.com/business/help - WordPress – Inhalte erstellen
wordpress.com/support
Fazit: Gute Storys für Ihr Unternehmen
- Gute Storys finden Sie, indem Sie aktiv zuhören und nach Herausforderungen, Überraschungen und Lernmomenten fragen
- Spannende Geschichten entstehen oft im Alltag, nicht nur in grossen Projekten
- Nutzen Sie die Heldenreise: Der Kunde ist der Held, Ihr Unternehmen der Begleiter
- Halten Sie Storys einfach, glaubwürdig und praxisnah
- Nutzen Sie kleine Routinen, um Story-Ideen laufend zu sammeln